
Chinas Zensur im Internet
Mai 12, 2008Nach Wikipedia versteht man allgemein unter Zensur im Internet verschiedene Verfahren, welche dazu dienen, „die Publikation von bestimmten Inhalten im Web zu kontrollieren, zu unterdrücken oder im eigenen Sinn zu steuern.“ (Wikipedia, Zensur im Internet, 2008 ) Diese kann von Staaten oder von nichtstaatlichen Gruppen vorgenommen werden. Zensiert werden vor allem Websites und Blogs mit Nachrichten und Meinungsäusserungen, die je nach Zensurkriterium politische, regime-kritische, religiöse oder erotische Inhalte haben.
In China werden alle oben erwähnten Inhalte blockiert. China ist bekannt für seine starke Internetzensur und -überwachung. Dies versucht der kommunistische Staat mit verschiedenen Mitteln durchzusetzen.
So ist – je nach Quelle – unter anderem von ca. 30′000 bis 50′000 Cyberpolizisten die Rede, welche den ganzen Tag nichts anderes tun, als das Netz nach „verbotenen“ Inhalten und deren Nutzer bzw. Erzeuger zu durchforsten. Wem ein Verstoss nachgewiesen werden kann, wer mehr Rechte, Demokratie oder Menschenrechte fordert, muss mit Gefängnis oder Schlimmerem rechnen (angesichts der immer noch unterhaltenen Konzentrationslager und der weltweit höchsten Rate vollstreckter Todesurteile sicherlich nicht auf die leichte Schulter zu nehmen).
Weiter werden unerwünschte Inhalte blockiert (the Great Firewall of China) bzw. gefiltert. Suchmaschinen wie Google oder Yahoo! haben sich dazu verpflichtet, nach Regeln der chinesischen Regierung zu zensieren, was ihnen weltweit grosse Kritik eingebracht hat. Google allerdings hat zur Bedingung gemacht, dass für den Nutzer klar ersichtlich ist, welche Seiten zensiert werden und welche nicht. Das chinesische Pendant zu Wikipedia namens Baidu Baike wird ebenfalls zensiert. So werden zum Beispiel Ergebnisse zu Begriffen wie Unabhängigkeit, Opposition, Tibet, Dalai Lama und auch Taiwan blockiert, jegliche Symbole oder die Nationalhymne Taiwans verboten (Taiwan-Konflikt)
Auch die Internet-Cafés unterliegen einer starken Kontrolle. So muss am Eingang eine ID-Nummer hinterlegt werden. Überwachungsprogramme werden installiert, Blogs und Diskussionsforen kontrolliert, die Bildschirme mit Videokameras überwacht und alle Eingaben aufgezeichnet. (vgl. Wikipedia: Netzkultur in China, 2008 )
Es ist interessant, dass die Zahl der Cyberpolizisten im Dienst des chinesischen Staates so genau bekannt ist. Woher stammen diese Zahlen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass China diese preisgegeben hat sie ist vermutlich auch eher schwierig ohne Chinas Hilfe festzustellen. Wenn diese 30′000 – 50′000 auf chinesischen Angaben beruhen, kann man wohl annehmen, dass es vielleicht eine Dunkelziffer gibt, die noch höher ist. Immerhin steigt die Anzahl der Internetzugänge in China rasant, und bei dieser enormen täglichen Informationsflut scheint es kaum möglich, dass auch die genannte Zahl Cyberpolizisten wirklich einen Überblick behalten kann. Vor allem wenn, wie bei Deiner Präsentation gezeigt, verbotene Wörter leicht verändert werden, um Filtersysteme zu umgehen.
China verwendet ja als ‘Begründung’ den Willen, die Bevölkerung vor Pornographie und Glücksspiel schützen zu wollen. An sich ist dieser Gedanke ja gar nicht so schlecht, aber gab es je eine staatliche Begründung dafür, warum z.B. Religionen unterdrückt werden? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Falun Gong-Anhänger die Stabilität des Staates gefährden würden. Vielleicht geht es darum, dass die Partei sich schon fast mit einer religiösen Kraft gleichsetzt.