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Zensierte Hoffnung

März 22, 2008

Die neuesten Schlagzeilen und Nachrichten berichten davon: China ist mit seiner Tibetpolitik und der  damit verbundenen Zensur wieder in die Negativschlagzeilen geraten. Tibetische Mönche demonstrieren wenige Monate vor Beginn der olympischen Spiele – zuerst in Tibet, dann auch in anderen Teilen Chinas. Die Besetzung Tibets und der Aufstand der Tibeter, der blutig niedergeschlagen wurde, jährt sich zum 49. Mal. Aber man kann wohl annehmen, dass der Zeitpunkt bewusst gewählt wurde, um im Zusammenhang mit den Spielen eine grössere Aufmerksamkeit zu erreichen.

Auch im Internet versuchen die Tibeter, auf ihre Unterdrückung aufmerksam zu machen. Die chinesische Regierung lässt aber die Webseiten des Widerstands zensieren. So ist im Moment die Videoplattform Youtube und damit unerwünschte Filme über die Proteste in China gesperrt. Das Anklicken wird seit Montag, 17.März 2008, mit einer Fehlermeldung quittiert.

Was derzeit in Tibet vorgeht, soll in China niemand ungefiltert zu sehen bekommen: Die Regierung in Peking blockiert den Zugang zum Internetportal YouTube, auf dem Videos von den Unruhen auftauchten (www.sueddeutsche.de,  2008 )

„Die öffentliche Meinungsmache der chinesischen Regierung gegen die unbequemen Tibeter findet seine Fortsetzung im Internet. So berichtet die Organisation „Reporter ohne Grenzen“, dass auf chinesischen Videoseiten durchaus Filme von den Vorfällen in Lhasa zu finden sind. Doch anders als die Proteste in Lhasa sind sie nicht anti-chinesisch, sondern anti-tibetisch: Gezeigt werden ausschließlich Angriffe auf chinesische Geschäfte, oft begleitet von Kommentaren gegen die „separatistischen Tibeter“. Solche Videos lässt die Zensur unangetastet.“ (www.zeit.de/online, 2008 )

 

Tibet wird abgeriegelt, alle Ausländer inklusive Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen (!) werden aufgefordert, das Land zu verlassen. Immer mehr Panzer und Soldaten marschieren in Tibet ein, um die Proteste notfalls mit Gewalt niederzuschlagen. So wird eine unabhängige und sicherlich unerwünschte Berichterstattung durch ausländische Journalisten verunmöglicht und die Pressefreiheit unterdrückt.

„Die chinesische Zensur blockierte daneben alle Fernsehberichte über die Unruhen, die der amerikanische Nachrichtensender CNN und die britische BBC über Satellit nach China ausstrahlten. Sobald der Bericht anfing, wurde der Bildschirm schwarz und der Ton war weg.“ (www.zeit.de/online, 2008 )

 

Inländischen Journalisten ist es sowieso verboten, die Tibetfrage aufzugreifen.

Interessant auch, dass die Zahl der Opfer in in- und ausländischer Presse weit auseinander gehen. China schönt in den Nachrichten die Opferzahlen wohl stark nach unten. Auch werden nur randalierende tibetische Demonstranten gezeigt, vom Eingreifen der Armee mit Panzern und Soldaten gibt es keine Bilder.

Aber mit dieser Politik wächst einmal mehr der internationale Druck auf China.

„UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour rief Peking auf, Demonstranten ihr Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit zuzugestehen.“  (www.zeit.de/ online, 2008 )

 

China jedoch folgt unbeirrt seinem harten Kurs. In relativ scharfen Worten gab die Chinesische Regierung bekannt, dass man sich nicht in Chinas innenpolitische Belange einzumischen hat.

 

Ein Kommentar

  1. Ja, die fast tägliche Berichterstattung über Ausschreitungen und Unruhen im Zusammenhang mit den olympischen Spielen wirft die Tibet-Frage wieder auf, was sicherlich im Interesse der Demonstranten ist. Chinas Reaktion auf die Unruhen zeigt auch wieder, wie Zensur und Propaganda zur Krisenbewältigung eingesetzt werden. Wie Du geschildert hast, werden die Demonstranten als ‘böse’ Seperatisten dargestellt, und Berichterstattung durch ausländische Medien wird erschwert, wenn nicht sogar zeitweise ganz verunmöglicht. Es scheint, dass gerade Blogger unter diesen schwierigen Umständen eine grössere Rolle in der Berichterstattung einnehmen, wie z.B. in diesem Artikel beschrieben:

    http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3198777,00.html

    Dies ist natürlich nur so lange möglich, wie China überhaupt noch Internetverbindungen aus Tibet zulässt. Gerade Internet-Cafes könnten mit relativ wenig Aufwand zur Schliessung gezwungen werden.



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