Archiv für Februar 2008

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Hallo Welt!

Februar 22, 2008

Dies ist mein erster Blog-Eintrag. Mein IGEP-Thema „Netz-Zensur: Google und die chinesische Regierung Hand in Hand“ verspricht gerade im Hinblick auf die kommende Olympiade in China einige interessante und spannende Einblicke.

Warum habe ich dieses Thema gewählt? China ist ein Land voller Gegensätze. Armut und einfachstes Leben auf dem Land bildet einen starken Kontrast zu Reichtum und Moderne in den Städten: China entwickelt sich von einem Bauernstaat zur wirtschaftlichen Grossmacht. Im autoritären Staat, geführt durch die kommunistische Partei (Einparteiensystem), beginnt der Kapitalismus mit der langsamen (marktwirtschaftlichen) Öffnung zum Westen Einzug zu halten. Das Wirtschaftswachstum ist immens.

 Menschenrechte und Todesstrafe, Zensur der Medien, Unterdrückung und Verfolgung religiöser Gruppen, Umweltverschmutzung im Zusammenhang mit wirtschaftlichem Wachstum, Tibet und Taiwan geben Anlass zu ständiger Diskussion und Kritik. Auch im Zusammenhang mit den olympischen Spielen, die im Sommer 2008 in Peking und das erste Mal in China überhaupt stattfinden, wird China wegen dieser Themen kritisiert. Gerade wegen Menschenrechtsverletzungen (China hat die weltweit höchste Zahl an vollstreckten Todesurteilen) und der eingeschränkten Meinungs- und Medienfreiheit, aber auch wegen Umweltproblemen wurde gegen den Zuschlag des IOC an China vor allem durch Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International stark protestiert. Man wirft in diesem Zusammenhang „willkürliche Verhaftungen“ und „Verschleppungen von Menschen in Umerziehungslager“ vor. Andere Organisationen oder Prominente riefen zum Boykott auf.Eine für uns etwas kuriose Sache ist die „olympische Gesetzgebung“. Nach Wikipedia gab die Pekinger Stadtverwaltung bekannt, dass im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 2008 mehr als 70 lokale Gesetze und Verordnungen erlassen werden, um nicht erwünschte Personen von der Stadt fernzuhalten. Betroffen sind Einwohner ohne ein Hukou (eingetragenen Wohnsitz) für Peking, Wanderarbeiter, Bettler und Menschen mit geistigen Behinderungen. Die Grenzkontrollen und die Überwachung von Nichtregierungsorganisationen sollen verschärft sowie sämtliche Proteste verboten werden. Die Einwohner Pekings werden dazu aufgerufen, während der Spiele zu Hause zu bleiben. Außerdem sollen Personen, die regimekritisch auffallen, strafrechtlich stärker verfolgt werden. … Die Pekinger Stadtverwaltung hat neue Regeln erlassen, welche die Polizeibeamten zu einem besseren Benehmen bewegen sollen. In Umlauf gebrachte Broschüren fordern Beamte auf, weniger zu fluchen, ihr arrogantes Verhalten aufzugeben und keine Personen zu ignorieren, die ein Verbrechen melden wollen. Verstösse sollen bestraft werden. Die Behörden erhoffen sich bis zum Beginn der Spiele ein besseres Image.“ (Wikipedia: Olympische Sommerspiele 2008, 2008 )

China möchte einerseits gut dastehen, wünscht andererseits keinerlei Kritik und kontrolliert und zensiert mit eiserner Hand.

 

Dem gegenüber steht eine jahrtausende alte (Hoch-)Kultur, Chinesisches Kunsthandwerk, Philosophie, Schrift, Medizin, Küche und Kampfkunst, welche in der Welt grosses Ansehen finden.

 Im Hinblick auf diesen ganzen Hintergrund und im Zusammenhang mit Internet-Zensur freue ich mich auf die Erarbeitung dieses Themas.